Schwab Seraina

Seraina
Schwab
Gärtnerin, MSc in Umweltwissenschaften (FH), Gemüsebäuerin
1988
Haldenstein, wochentags in Rumein/Degen
Verda- Grüne Graubünden, Kand. Nationalratswahlen 2019

In welchem beruflichen / gesellschaftlich-familiären Umfeld bewegen Sie sich?

Der rote Faden in meinem beruflichen Werdegang ist grün. Schon immer haben mich Themen rund um die Natur und insbesondere der Pflanzenwelt fasziniert. Nach einer Berufslehre als Gärtnerin, einem Studium sowie Arbeitserfahrungen im In- und Ausland habe ich zu meiner Passion gefunden. Mein Herz schlägt für den Gemüsebau, für die nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln und den schonenden Umgang mit unseren Ressourcen. Mein Ziel ist es, bald selber einen Bio-Hof zu pachten – biologisches Gemüse zu produzieren ist nicht nur ein Beruf für mich - sondern gleichzeitig Hobby.

Seit diesem Frühjahr lebe ich wochentags in einer WG mit meinem Mitarbeiter in Rumein, im Val Lumnezia – gleich neben dem Landwirtschaftsbetrieb. Die Wochenenden verbringe ich weiterhin bei meinem Freund und unserer Katze in Haldenstein, wo ich auch vorher gewohnt habe.

Beschreiben Sie uns Ihren politischen Werdegang – Ihre Motivation:

Während des Studiums als Umweltingenieurin an der Fachhochschule habe ich mich eingehend mit Themen der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Mir wurde bewusst, dass bei Umweltthemen dringend Handlungsbedarf besteht –besonders auch auf politischer Ebene – so bin ich den Jungen Grünen Schweiz beigetreten. Seit ich wieder im Kanton Graubünden lebe, ist für mich klar, dass ich mich aktiv beteiligen möchte, dass ich ein Teil der Veränderung sein möchte, die ich mir wünsche. Ein weiterer Punkt der mich antreibt ist ganz klar, dass es aus meiner Sicht mehr(junge) Frauen in der Politik braucht - deshalb kandidiere ich.

Was heisst Gleichstellung für Sie und was brauchen wir um die Gleichstellung in Graubünden zu erreichen?

Gleichstellung bedeutet für mich, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Anerkennung für gleiche Leistungen, gleiche Behandlung in allen Bereichen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Ausrichtung. Gleiche Chancen für alle – dies wäre für unseren Kanton wünschenswert.  Es braucht Transparenz und die Thematisierung in der Öffentlichkeit, es braucht auch Beratung und Unterstützung für Organisationen, Behörden, Unternehmen etc. zu Themen wie Chancengleichheit und Gleichstellung. Es braucht konkret mehr Frauen in Führungs- und Schlüsselpositionen, mehr flexible Arbeitsmodelle und Teilzeitstellen. Damit Chancengleichheit gewährleistet werden kann, braucht es auch bezahlbare Krippenplätze und längere Elternurlaubszeiten. Zudem kann noch einiges bei der Integration verbessert werden, z.B. ein verstärktes Angebot an Deutschkursen.

Welches Thema (auch mehrere) unserer Gesellschaft liegt Ihnen besonders am Herzen?

Der schonende Umgang mit unseren (endlichen!) Ressourcen sowie ein respektvoller Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Zerstörung unserer Umwelt, die Gefährdung wertvoller Ökosysteme, die Ausbeutung von Land, Tier und Mensch auf allen Kontinenten sowie die prekäre humanitäre Lage in unzähligen Ländern dieser Erde beschäftigen mich im Wohlstandsland Schweiz am meisten – denn wir haben eine Mitverantwortung.