Preisig Franziska

Franziska
Preisig
Dozentin HF und freischaffende Juristin
1973
Samedan
SP / Grossrätin / Co-Präsidentin SP Oberengadin/Bergell

In welchem beruflichen / gesellschaftlich-familiären Umfeld bewegen Sie sich?

Ich habe eine sechsköpfige Familie. Unsere vier Kinder sind zwischen fünf und vierzehn Jahre alt. Nach einem guten Jobangebot erhöhte ich meine Arbeitstätigkeit und mein Partner wurde zu 100 % Hausmann. Wir schätzen diese Aufteilung sehr. Nur dank dieser Aufteilung gelingt es mir, alles unter einen Hut zu bringen, nämlich, Familie, Dozieren, Politisieren und diverse Personen juristisch oder als Beiständin zu betreuen, welche sich oftmals in sozial ganz schwierigen Situationen befinden und sich meist ausserhalb unserer genormten Gesellschaft bewegen.

Beschreiben Sie uns Ihren politischen Werdegang – Ihre Motivation:

Mein politisches Interesse begann in der Kindheit am Mittagstisch unserer Grossfamilie im regen und kontroversen gegenseitigen Austausch. Den politischen Werdegang habe ich nie geplant, sondern er prägte mich durch instinktive Zusagen auf juristische Anfragen hin; die ausschlaggebendste davon war sicherlich, als ich das Zweitwohnungsinitiativkomitee im Oberengadin juristisch mit einem politisch wegweisenden Rekurs ans Verwaltungsgericht im Jahr 2006 unterstützte. Nach der Gutheissung des Rekurses und der erfolgreichen Volksabstimmung half ich in der kreisrätlichen Arbeitsgruppe mit, das Zweitwohnungsgesetz im Kreis Oberengadin auszuarbeiten. Später wurde ich Kreisrätin bis sich der Kreis Ende 2017 auflöste und seit 2018 bin ich Grossräten.

Was heisst Gleichstellung für Sie und was brauchen wir um die Gleichstellung in Graubünden zu erreichen?
Gleichstellung heisst für mich, dass alle trotz ihrer Ungleichheit (sei es wegen des Geschlechts, der Hautfarbe, einer Behinderung etc.) den anderen – dem sogenannten «Norm-/Durchschnittsmenschen» - gleich gestellt sind (gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Chance, Vereinbarkeit von Beruf und Familie etc.).

Wir brauchen Transparenz, um einerseits bestehende Lohnungleichheiten zu eliminieren und um andrerseits Lohnungleichheiten gar nicht mehr zu ermöglichen. Und wir brauchen alle den Mut, hinzuschauen, wo Menschen wegen ihrer Ungleichheit nicht gleich behandelt werden

Welches Thema (auch mehrere) unserer Gesellschaft liegt Ihnen besonders am Herzen?

Es ist genau das Vorgenannte: Allen Menschen Chancen zu ermöglichen und Ungerechtigkeiten keine Chance zu geben. Dieses Credo braucht es von der Familien-, Bildungs-, Gesundheitspolitik über die Raumplanung bis hin zur Sicherheits- und Aussenpolitik.