Oesch Laura

Laura
Oesch
Mediatorin SAV und Rechtsanwältin
1972
Chur
GLP und Kandidatin NR

In welchem beruflichen / gesellschaftlich-familiären Umfeld bewegen Sie sich?

Selbständig erwerbende Anwältin
Verheiratet, 2 Kinder (2005 & 2007)
Umfeld: ähnliche Interessen (Tennis, Gesellschaftsspiele u.äh.) verbinden mehr als der Bildungsstand.

Beschreiben Sie uns Ihren politischen Werdegang – Ihre Motivation:

Noch kein Amt bisher.
Die Untervertretung der Frauen im Parlament ärgerte mich immer – aber ich darf nicht nur darauf hoffen, dass die anderen Frauen etwas machen, sondern muss selbst einmal anpacken.
Die Zukunft meiner Kinder wird durch die übermässige Umweltbelastung gefährdet – dabei hätten wir so viele Möglichkeiten, um dies zu verhindern ohne sich enorm stark einschränken zu müssen.

Was heisst Gleichstellung für Sie und was brauchen wir um die Gleichstellung in Graubünden zu erreichen?

Es braucht steuerliche Anreize für Arbeitgeber, teilzeiterwerbende Eltern anzustellen. Dies sollte in Form einer Steuerreduktion für jedes einzelne Steuerjahr umgesetzt werden: sind z.B. mind. 15 % der Belegschaft teilzeiterwerbende Elternteile gibt es einen Steuerrabatt von 1 %; sind davon zudem 30 % in höheren Positionen gibt es sogar einen Steuerrabatt von 2 %.
Es ist wichtig, dass Mütter nicht nur als Verkäuferinnen und Putzfrauen Teilzeit arbeiten können, sondern auch in anspruchsvollen Berufen.
Eine weitere Möglichkeit sehe ich in der Verteilung von «Bundesgeldern» an die Kantone. Zu den «Bundesgelder» zähle die Gewinne der Nationalbank und den interkantonalen Finanzausgleich gestützt auf das jeweilige Bundesgesetz. Diese Gesetze sollten ergänzt werden, dass bei einer politischen Vertretung in Bern (National- und Ständerat zusammen) von mindestens 40 % beider Geschlechter die Verteilung der finanziellen so bleiben und bei einer tieferen Frauenvertretung weniger Geld an den Kanton ausbezahlt wird.
Zudem sind die jetzigen Massnahmen zur Bekämpfung der Lohngleichheiten meines Erachtens nicht ausreichend. Nachdem diese Massnahmen erst vor kurzem beschlossen wurden, wird dieses Thema in der nächsten Legislaturperiode wohl nicht mehr auf die Traktandenliste der Räte kommen. Es wird zunächst abgewartet, wie sich die neuen Regeln sich auf die Lohngleichheit wirken.

 Welches Thema (auch mehrere) unserer Gesellschaft liegt Ihnen besonders am Herzen?

Die Mutterschaft darf nicht zum Armutsrisiko für Frauen werden. Es wird noch viel zu häufig erwartet, dass die Frauen ihre Kinder selbst betreuen müssen/sollen. Sobald aber das jüngste Kind in den Kindergarten geht, sollen die Mütter aber bitte sofort wieder erwerbstätig sein – natürlich nur, solange sie dabei noch «den Service» für die Familie auch noch bieten können.
Die Altersvorsorge muss frauenfreundlicher werden: derzeit führt der Koordinationsabzug zur Altersarmut von vielen teilzeiterwerbenden Frauen.
Ausserdem finde ich, dass die gegenwärtigen wirtschaftlichen Strukturen die globalen Ressourcen zu stark verbrauchen. Die jetzigen Politiker sind zu stark am Strukturerhalt und zu wenig am Ressourcenerhalt interessiert. Das ist unverantwortlich.