Fetz Gianna Lena

Gianna Lena
Fetz
Studentin der Biochemie
1999
Domat/Ems und Bern
Politische Sekretärin JUSO GR

In welchem beruflichen / gesellschaftlich-familiären Umfeld bewegen Sie sich?

Ich studiere in Bern Biochemie und lebe dort in einer WG. Meine Familie, zu der ich jeweils an Wochenenden zurückkehre, wohnt in Domat/Ems.

Beschreiben Sie uns Ihren politischen Werdegang – Ihre Motivation:

Ich entschied mich mit 15, politisch aktiv zu werden, da ich nicht länger untätig zusehen konnte, wie der Kapitalismus mit seiner Profitlogik unseren Planeten und mit seiner Ellenbogengesellschaft unser Zusammenleben zerstört. Politisiert hat mich die Black Lives Matter Bewegung in den USA, die sich gegen rassistische Polizeigewalt wehrt. Sie brachte mich zur Einsicht, dass Kapitalismus und Rassismus eng verknüpft sind und war somit der «Startschuss» für meine antikapitalistische Haltung.

Was heisst Gleichstellung für Sie und was brauchen wir um die Gleichstellung in Graubünden zu erreichen?

Gleichstellung bedeutet für mich Freiheit. Entscheidungen frei von irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen treffen zu können, sich unbeeinflusst von Normen und Stereotypen voll entfalten zu können. Wir leiden alle unter dem Patriarchat, welches uns vorschreibt, wie wir uns zu kleiden sollen, wie wir unsere Beziehungen leben sollen, welches verdammte Shampoo wir benutzen sollen und es kotzt mich an.

Um Gleichstellung in Graubünden zu erreichen müssen wir den Altmännervetterliwirtschaftsfilz bekämpfen, Frauen*netzwerke schaffen und uns konsequent gegen unsere Unterdrückung auflehnen. Hierbei ist es wichtig, dass sich solidarische Männer* ihrer Rolle bewusst werden und beginnen, in ihrem Umfeld feministisch Stellung zu beziehen.

Wirtschaftlich braucht es für Gleichstellung in Graubünden sowie überall eine radikale Arbeitszeitreduktion. So haben alle mehr Zeit für Familien- und Haushaltsarbeit. Die Vorstellung, dass eine Person in der Beziehung 100% Lohnarbeit betreiben sollte und die andere unbezahlte Hausarbeit ist unnatürlich, ineffizient und aufgrund Burnout etc. verantwortlich für hohe Gesundheitskosten.

Welches Thema (auch mehrere) unserer Gesellschaft liegt Ihnen besonders am Herzen?

Zunehmender Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft und insbesondere die Untätigkeit der vieler Menschen diesbezüglich. Es ist nun an der Zeit, sich überall und jederzeit klar und konsequent gegen Faschismus, gegen Ausschaffungen, gegen Polizeigewalt, gegen Rassismus, gegen Homo- und Transphobie Stellung zu beziehen. Es reicht schlicht nicht mehr, privat fortschrittliche Werte zu vertreten. Wir müssen alle offen Haltung zeigen und Faschos und Rassist*innen zeigen, dass ihre menschenfeindlichen Positionen nicht akzeptiert werden!

Fetz Gianna

+++Kein Portrait+++