Leuthold Ursula

Ursula
Leuthold
Biologin
1965
Grüsch
Grünliberale

In welchem beruflichen / gesellschaftlich-familiären Umfeld bewegen Sie sich?

Berufstätigkeit:
Produktmanagerin bei der Integra-Biosciences AG in Zizers, 60 %

Familie:
Mann und 3 erwachsene Kinder

Bisherige ehrenamtliche Tätigkeiten:
Kirchgemeindepräsidentin, Lektorin, Mitglied Liturgiegruppe der kath. Kirchgemeinde Vorder- und Mittelprättigau, Delegierte Corpus Catholicum, Vorstand Bündnerinnen und Bündner für eine glaubwürdige Kirche Regionalgruppenleiterin Elternverein für hochbegabte Kinder
Präsidentin Unterstützungsverein Heureka an der Evangelischen Mittelschule Schiers
Vorstand Grünliberale Partei Graubünden, Präsidentin Sektion Prättigau, Delegierte glp Schweiz

Hobbys:
Singen, Schwimmen, Velofahren, Pilates, Wandern, Garten

Beschreiben Sie uns Ihren politischen Werdegang – Ihre Motivation:

Motiviert von Herbert Gruhls Buch «Ein Planet wird geplündert» wurde ich 1986 erstmals politisch aktiv. Seitdem setze ich mich für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen ein. Spätestens nach dem Klimagipfel von Rio 1992 sollte allen klar sein, dass unser CO2-Ausstoss gestoppt werden muss. Über 20 Klimakonferenzen waren nötig, um sich 2015 in Paris auf verbindliche Klimaziele zu einigen. Jetzt müssen wir endlich handeln! 

Als das Parlament eine CO2-Abgabe für Treibstoffe ablehnte, trat ich 2009 der Grünliberalen Partei Graubünden bei und half als Präsidentin der Sektion Prättigau bei deren Aufbau. Zusammen mit anderen Klimaschützer habe ich erreicht, dass Unternehmen mit Kantonsbeteiligung nicht in Kohlekraftwerke investieren dürfen.

Was heisst Gleichstellung für Sie und was brauchen wir um die Gleichstellung in Graubünden zu erreichen?

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleicher Bubenanteil an Gymnasien, gleiches Pensionsalter, gleiche Regelungen für Witwen- und Witwerrenten, mehr Frauen im Parlament und in den Verwaltungsräten. Es ist nicht hinnehmbar, dass Mütter eine um 47 % geringere Rente als Männer haben. Abschaffung des Koordinationsabzugs, damit auch Teilzeitarbeitende eine 2. Säule aufbauen können, und Vollsplitting der 2. Säule. Auch die dritte Säule sollte bei Erwerbsunterbrüchen wegen Kinder- oder Alten-Betreuung steuerbegünstig aus dem Familieneinkommen weitergeführt werden können. Unternehmen müssen die Pensionspläne auf eine Karriere mit Teilzeitarbeit und Unterbrüchen anpassen sowie flexible Arbeitszeiten und Homeofficemöglichkeiten anbieten. Mein Arbeitgeber ist darin vorbildlich. Eltern sollten auch mit einem 80 % Pensum Karriere machen können.

 

Welches Thema (auch mehrere) unserer Gesellschaft liegt Ihnen besonders am Herzen?

Neben der Klimakrise bewegt mich ausserdem das Artensterben. In der Schweiz sind 35 % aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Über 800 Insektenarten stehen auf der roten Liste, ihr Bestand als Ganzes ist massiv geschrumpft. Das Aussterben jeder einzelnen Art ist unwiderruflich, sie ist für immer verloren. Wir stehen vor dem 6. Massenaussterben der Erdgeschichte, das riesige Auswirkungen auf die Ökosysteme hat und nicht weniger dramatisch ist als die Klimakrise.

Ein weiterer Punkt ist die Globalisierung. Internationaler Handel ist nur dann gut, wenn für alle Konzerne dieselben UNO-Standards für Umwelt und Menschenrechte gelten. Wir haben zu lange weggeschaut: Landraub durch Agrarkonzerne, Export giftiger, bei uns verbotener Pflanzenschutzmittel, Import tierquälerisch oder durch Kinderarbeit erzeugter Produkte, sklavenähnliche Ausbeutung der Näherinnen, Waffenexporte in Länder, die Menschenrechte missachten.